öffentlicher Straßenraum

Der öffentliche Straßenraum ist ein zusammenhängendes Ökosystem, in dem soziale, ökologische und strukturelle Faktoren unmittelbar ineinandergreifen und die relevant sind für die tatsächliche und gefühlte Sicherheit. Leider sind unsere Straßenräume immer noch Räume von vielfältigen, miteinander verflochtenen gravierenden Gefahren wie:

  • Klimanotfall mit zunehmenden:
    • Hitzestress und Hitzeinseln
    • Starkregenfällen
    • Vegetationsbränden
  • massiven Gesundheitsrisiken durch
    • Aggressionen und Stress
    • Verkehrslärm und Luftschadstoffe
    • Lebensgefahr durch Kraftfahrende getötet zu werden

Diese konkreten (Lebens-)Gefahren sind kein Zufall, sondern ein deutliches Signal, das die Art und Weise, wie wir unsere Städte und unsere Straßenräume gestalten und verwalten, nicht im Einklang mit dem menschlichen Leben steht.

ganzheitliche Gestaltung

Werden die Grundsätze einer ganzheitlichen Planung frühzeitig berücksichtigt, lassen sich gravierende Folgen und teure Nachbesserungen vermeiden. Ein notwendiger ganzheitlicher Ansatz berücksichtigt dabei alle relevanten Aspekte und ihre Wechselwirkungen. Das Konzept der Healthy Streets stellt hier eine schöne Leitidee dar:

In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung, Hass und Hetze brauchen wir mehr denn je Orte, an denen sich Menschen wohlfühlen, einander begegnen und im respektvollen Austausch miteinander stehen können.

passive vs aktive Mobilität

Mehr passive Mobilität bedeutet:

  • weiter steigende Kosten für die Allgemeinheit
  • immer mehr verstopfte Straßen und längere Staus
  • immer mehr Parkplatzsuchverkehr
  • dadurch immer mehr Aggressivität im Straßenverkehr und überhaupt
  • weiterhin steigende Abgase- und Feinstaubemissionen
  • weiter steigende Lärmbelastung durch ICE Fahrzeuge
  • weniger Raum für aktive Mobilität
  • weniger Raum für grün-blaue Elemente zur Klimaanpassung
  • weniger Raum für soziales Miteinander
  • immer schlechtere Erreichbarkeit von Notfallorten

Mehr aktive Mobilität bedeutet:

  • konkret sinkende Kosten für die Allgemeinheit
  • die billigste Möglichkeit im Bereich der Stadtplanung etwas für unseren Klimaschutz zu tun
  • langfristig eine immer bessere Erreichbarkeit für alle Menschen in der Stadt*
  • zunehmend bessere Erreichbarkeit von Notfallorten
  • kontinuierlich Steigende Lebensqualität durch
    • mehr Sicherheit im Straßenverkehr und steigende Überlebenswahrscheinlichkeit für ungeschützte Verkehrsteilnehmer
    • mehr Ruhe und gesunde Luft
    • mehr Räume mit Grün- und Wasserflächen und damit für Begegnungen
    • mehr schönes soziales Miteinander

*Ein normativer Rahmen für Erreichbarkeit sollte definieren, wie Schulen, Universitäten, Apotheken, Geschäfte, Ärzte und Freizeitangebote erreichbar sein sollen und welche Stadtentwicklung notwendig ist, um eine dichte, gemischte und lebenswerte Umgebung zu schaffen.

Zukunftsentwicklungen

Da die Gestaltung von öffentlichen Straßenräumen sehr aufwendig und kostenintensiv ist, muss hierbei langfristig in die Zukunft geschaut werden. Nur so können langfristige und zukunftssichere Planungen erfolgen. Hierbei ist die Entwicklung insbesondere von autonomen Verkehr zu berücksichtigen – siehe auch hier.

So kann es gehen, wenn man es gut macht

Unter großer Unsicherheit und kontroversen Diskussionen schloss Ljubljana im Jahr 2007 zwölf Hektar seines Stadtzentrums für den privaten Autoverkehr. Damals befürworteten dies 40 % der Einwohner. Zehn Jahre später waren nicht weniger als 97 % dagegen, die Straßen wieder für den motorisierten Verkehr zu öffnen: ‚Keiner von uns kann sich vorstellen, dass Autos jemals zurückkehren.‘“

Sicherheitsaktionsplan (SAP)

In Folge werden in den Unterkapiteln konkrete Sicherheitsmaßnahmen herausgearbeitet die als Grundlage für einen Sicherheitsaktionsplan für den öffentlichen Straßenraum dienen können.